Superbia

Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

(Gen. 1.19)

Superbia. Beim Begriff Hochmut (Eitelkeit – Stolz – Übermut) muss ich zu allererst an die Paradiesgeschichte der Genesis denken. Es ist die Geschichte jener Moral, die den Menschen in der Vermessenheit begrenzt, sein zu wollen wie Gott. Dieser Gott hat paradiesische Verhältnisse geschaffen, wohin das Auge blickt, doch das Schönste und Beste von allem, darf der Mensch nicht haben. Er ist angehalten, Machtverhältnisse anzuerkennen, denn das Schönste und Beste ist ihm, Gott, vorbehalten. Wie wir wissen, setzt sich der Mensch – der Mann, verleitet durch die Begehrlichkeit der Frau, der verführerischen Schlange, darüber hinweg und die Folgen davon kennen wir. Es gibt eben einen, der alles weiß, der alles sieht und der die Übermütigen, Eitlen und Stolzen stürzt.
Seit dem „Sündenfall“ wissen wir es. Die wunderbare Schöpfung ist mit Verboten belegt. Immer gibt es einen, der es nicht duldet, wenn Menschen sich ermächtigen, sich selbst Regeln geben oder das Unerklärliche verstehen wollen.
Allerdings sind wir moderne westliche Menschen eine Gesellschaft der Hochmütigen geworden, meint Heiko Ernst: „Erfolg, Macht, Status, Geld, gutes Aussehen, Intelligenz, Bildung. Darauf stolz sein können und dürfen ist der emotionale Lohn im immerwährenden, anstrengenden Wettbewerb, in dem es darum geht, andere zu übertreffen und auszustechen, der Erste und Beste zu sein.“ Der Kampf ums Gesehenwerden, um Aufmerksamkeit, der unbedingte Wille, im Mittelpunkt zu stehen, setzt uns permanent unter Druck und führt uns in eine innere Erschöpfung.