Wenn das Gemüt bewegt ist und das Herz sich bedrückt fühlt, sollst du Bambus malen und dabei selbst zum Bambus werden, aufrecht, biegsam, leer. 

Li Liufang, Der Senfkorngarten

Fernöstliche Tuschemalerei

meditation mit pinsel und tusche

Fernöstliche Tuschmalerei ist eine meditative Methode des Malens mit den kostbaren Schätzen der fernöstlichen Tradition: dem Pinsel, dem Reibstein, dem Tintenblock und dem Bambuspapier.

In China hat diese Malerei eine etwa 2500 Jahre lange Tradition.  Diese Art der Malerei ist auch eine Verneigung vor dem Können der großen MeisterInnen. Achtsamkeit, Geduld, Ausdauer sind Eigenschaften der Zen-Meditation.

Jeder Pinselstrich hinterlässt Spuren auf dem Papier und auf unserer inneren Gestimmtheit. Das Erlebnis der Pinselführung auf edlem Papier erfreut unsere Sinne und unseren Geist.

die faszination des malens

Die Haltung der Achtsamkeit. Die Liebe zu den kleinen Dingen, der  Linie, der Fläche, die Qualität der Schwärze, die Dynamik des Pinselstrichs, der Druck des Pinsels, die Pinselfüllung mit Tusche.

Die Konzentration auf das Wesentliche. Hinführung zur Essenz, das Weglassen allen Unwichtigen.

Die Eleganz der Einfachheit. Schlichtheit, aber nur scheinbar, es ist sogar besonders schwierig, die Dinge so einfach und wesentlich darzustellen.

Das Ritual. Wie bei einer Teezeremonie erhält jede Geste ihre Wichtigkeit.

Die edlen Materialien. Jedes von ihnen wird wertgeschätzt und achtsam behandelt.

Die Wirkung. Konzentration auf das Jetzt. Das schafft Freiheit vom Alltag und von den Sorgen. Hingabe und Achtsamkeit.

Das ganz Konkrete wird gewürdigt. Die uns umgebende Natur, das exakte Studium und die Reduktion.

Die Gemeinsamkeit zu anderen Meditationswegen, dem Buddhismus (Mandala), im Zen (Atem zählen) oder in der christlichen Kontemplation eines Gegenstandes.

Das Heilsame für unsere leistungsbezogene und ergebnisorientierte Welt im Westen: frei sein vom Sollen und Müssen.

Workshops im Atelier φ 

Die vier Schätze der fernöstlichen Tuschmaltradition

Mit einem Bildvortrag unternehmen wir einen Ausflug in die Geschichte der Tuschmalerei und üben anschließend mit den vier Schätzen der chinesischen und japanischen Tradition: Pinsel, Reibstein, Tuscheblock und Papier. Wir reiben die Tusche selbst an und verwenden dabei  traditionelle Tuscheblöcke und einen Schiefer-Reibstein, malen mit  dem Bambuspinsel auf hauchdünnem Toh Fu Papier.

Zeit: 6 Stunden

Die vier Edlen der fernöstlichen Tuschmalerei

Wir üben die vier Edlen der fernöstlichen Tuschemalerei: Bambus (Symbol der Tugend),  Wildorchidee (Schönheit, Leichtigkeit), Pflaumenblüte (das würdige Alter) und Chrisantheme (Vergänglichkeit). Dazu gibt es japanische Haiku und Tee.

Zeit: 2 Seminartage

Die fernöstlichen Tuschmalerei als meditative Tätigkeit

In unserer westlichen Welt scheint sich das Rad von Leistung und Erfolg immer schneller zu drehen. Dass uns diese Lebensweise nicht immer gut tut, sieht man an den vielen Menschen, die sich jahrelang am Rande des Burnout bewegen, weil sie nicht mehr abschalten und aussteigen können. Die östliche Tradition der Tuschmalerei bietet dem stressgeplagten Menschen eine gute Möglichkeit, zu mehr Ruhe zu finden. Hier geht es um Verlangsamung, um Versunkenheit im Tun selbst. Wir brauchen nichts zu leisten.

Wir entdecken eigene Tuschmalweisen und lesen japanische Haiku.

Zeit: 3 Seminartage